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[[Kategorie:Verlagswesen]]
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Aktuelle Version vom 12. Juli 2026, 20:53 Uhr

Die Normseite ist eine Hilfsgröße zur Bestimmung des Umfangs von Manuskripten. In ihrer klassischen deutschen Form umfasst sie 30 Zeilen mit höchstens 60 Anschlägen je Zeile; Leerzeichen werden als Anschläge mitgezählt.[1] Sie ermöglicht es, Textmengen unabhängig von der konkreten Formatierung zu vergleichen, und wird insbesondere zur Kalkulation oder Abrechnung textbezogener Leistungen verwendet.[2]

Definition und Zweck

Die Zahl der physischen Dokumentseiten hängt unter anderem von der Formatierung ab. Die Normseite dient dagegen als gemeinsame Bezugsgröße für den Umfang eines Textes. Sie wird unter anderem von Redakteuren, Lektoren, Korrektoren, Textern, Übersetzern, Journalisten und Verlegern genutzt, wenn Arbeitsaufwand oder Honorar von der produzierten oder bearbeiteten Textmenge abhängen.[2]

Aus 30 vollständig mit jeweils 60 Anschlägen gefüllten Zeilen ergibt sich rechnerisch ein Höchstwert von 1.800 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Dieser Wert entspricht jedoch nicht der typischen tatsächlichen Zeichenzahl einer klassisch formatierten Normseite. Absätze, Leerzeilen, unvollständige Zeilen, Dialoge und Kapitelenden verringern die Zahl der enthaltenen Zeichen.[1]

Geschichte

Das klassische Format der Normseite stammt aus der Schreibmaschinenpraxis. Bei Schreibmaschinen konnte eine Seite mit 30 Zeilen und jeweils 60 Anschlägen eingerichtet werden.[3]

Sekundärquellen führen die branchenübliche Definition auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1992 zwischen dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Verband deutscher Schriftsteller zurück. Ihr Zweck sei gewesen, eine einheitliche Grundlage zur Abschätzung von Textumfängen und zur Berechnung von Honoraren zu schaffen.[4]

Formatierung

Für die klassische Normseitenformatierung wird eine nichtproportionale Schriftart wie Courier verwendet, bei der jedes Zeichen denselben horizontalen Raum einnimmt.[5] Üblich sind außerdem Flattersatz und eine ausgeschaltete automatische Silbentrennung, sodass Wörter am Zeilenende nicht getrennt werden.[6]

Rechnerische Varianten

Neben der klassischen Formatierung wird die Zahl der Normseiten in der Praxis häufig rechnerisch aus der Gesamtzeichenzahl eines Textes ermittelt. Dafür existiert keine durchgängig einheitliche Bezugsgröße. Verwendet werden unter anderem 1.500, 1.650 oder 1.800 Zeichen einschließlich Leerzeichen je Normseite.[3] Daher sollte bei Honorarvereinbarungen ausdrücklich festgelegt werden, welche Zeichenzahl der Berechnung zugrunde liegt.[1]

Die Gesamtzeichenzahl eines Manuskripts einfach durch 1.800 zu teilen, bildet die klassische Normseitenzahl nicht zuverlässig ab. Eine solche Rechnung berücksichtigt unvollständige Zeilen, Leerzeilen und freie Bereiche an Absatzenden nicht.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Die Lektoratte: Was ist eine Normseite?, 30. November 2023, abgerufen am 11. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Definition von Normseite und Normzeile, Lektorat Unker, abgerufen am 11. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 Zweite Feder: Die Normseite, abgerufen am 11. Juli 2026.
  4. Norbert Hertrich: Was sind „Normseiten“?, Text und Wissenschaft, 10. Juni 2025, abgerufen am 11. Juli 2026.
  5. Katharina Spangler: Die Normseite, 1. Juli 2022, abgerufen am 11. Juli 2026.
  6. 6,0 6,1 Redaktion: Die Normseite: Vorlage zum Download für Word, LibreOffice, Pages und alle Textverarbeitungen, literaturcafe.de, 19. April 2006, abgerufen am 11. Juli 2026.