Dialog: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 17. Juli 2026, 19:15 Uhr
Dialog bezeichnet die abwechselnd geführte Rede und Gegenrede zwischen zwei oder mehreren Personen.[1][2] In erzählenden Texten verbindet er Rede mit Handlung, Konflikt, Figurenzeichnung und der Darstellung von Beziehungen.[2]
Begriff und literarische Einsatzfelder
In der Literatur ist der Dialog ein wesentlicher Bestandteil des Dramas; er kommt auch in Lyrik und erzählender Literatur vor.[2] Über Rede und Gegenrede wird Handlung ausgetragen, werden Konflikte entwickelt und Personen charakterisiert; außerdem können Beziehungen zwischen den Figuren erkennbar werden.[2] Belletristische Dialoge können Handlung vorantreiben, Figuren enthüllen, Konflikte schüren und Informationen vermitteln.[3]
Alltagssprache und Verdichtung
Alltagsgespräche sollten nicht eins zu eins als fiktive Dialoge übernommen werden.[3][4] Fiktive Dialoge können straffer gebaut sein und weniger Füllwörter, Wiederholungen und Floskeln enthalten; Subtext kann dabei einen Teil der Bedeutung mitliefern.[3]
Beispiel: Statt dass eine Figur mehrfach erklärt, sie sei verärgert, sagt sie knapp: „Lass den Schlüssel auf dem Tisch.“ Die unausgesprochene Spannung bleibt als Subtext in der Szene und verdichtet die Äußerung.[3]
Figurenstimmen, Redeeinleitungen und Aktion
Figuren können durch individuelle Stimmen und sparsam eingesetzte charakteristische Sprachmerkmale unterscheidbar werden.[3][4] Redeeinleitungen können schlicht gehalten oder weggelassen werden, wenn der Sprecherkontext klar ist.[3][4] Um reine Schlagabtausche zu vermeiden, können Figuren beim Sprechen Mimik, Körpersprache, Bewegung oder Tätigkeiten zeigen.[3]
Manuskriptgestaltung und Überarbeitung
In Manuskripten beginnt üblicherweise eine neue Zeile, wenn eine andere Figur spricht; dies verbessert die Übersicht.[3] Beispiel:
„Kommst du mit?“
„Nein.“
„Warum nicht?“
Jeder Sprecherwechsel erhält eine eigene Zeile und bleibt unmittelbar erkennbar.[3]
Beim Überarbeiten kann jede Dialogzeile auf ihre Funktion geprüft werden; ein gelungener Dialog verändert etwas im Text.[3] Beispiel: Die Zeile „Also, äh, ich wollte nur sagen, dass ich vielleicht gehen sollte“ wird gestrichen, wenn sie weder einen Konflikt verschärft, neue Informationen vermittelt noch eine erkennbare Reaktion einer Figur auslöst. Die Kürzung schafft Platz für Zeilen, die die Szene voranbringen.[3]
Weblinks
- Dialog – Wikipedia
- Dialog ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden
- Dialog | Rossipotti Literaturlexikon
- Dialoge schreiben: Realistisch, kunstvoll und packend!
Einzelnachweise
- ↑ Duden: Dialog ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden, Duden, abgerufen am 17. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Annette Kautt: Dialog | Rossipotti Literaturlexikon, abgerufen am 17. Juli 2026.
- ↑ 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 Maike Frie: Dialoge schreiben – 10 Tipps | skriving, skriving | Lektorat – Text – Norwegisch von Maike Frie, 13. Juli 2020, abgerufen am 17. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Christian J. Bauer: Dialoge schreiben: Realistisch, kunstvoll und packend!, Lektorat Bauer, 6. April 2023, abgerufen am 17. Juli 2026.