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Aktuelle Version vom 17. Juli 2026, 19:17 Uhr

Kurzgeschichten sind kurze literarische Erzählungen, in denen eine Begebenheit knapp berichtet wird.[1] Als Form der kreativen Textarbeit ermöglichen sie einen Entwurf, der sich auf ein begrenztes Geschehen konzentriert. Ihre Merkmale sind dabei überwiegend als häufige Gestaltungsmittel zu verstehen: Die Handlung konzentriert sich meist auf ein prägnantes zentrales Ereignis.[2]

Stoff und Handlung begrenzen

Die Konzentration auf ein zentrales Ereignis bestimmt die Auswahl des erzählten Geschehens. Nebenhandlungen und ausufernde Beschreibungen sind selten; die einzelnen Sätze dienen der Aussage der Geschichte.[2] Für den Entwurf bedeutet dies, das zentrale Ereignis gegenüber zusätzlichen Handlungssträngen und umfangreichen Beschreibungen hervorzuheben.

Auch Erzählzeit und Schauplatz sind häufig begrenzt. Die erzählte Zeit kann beispielsweise nur einen Tag oder einen einzelnen Moment umfassen, während der Schauplatz überschaubar bleibt.[2] Eine Kurzgeschichte muss diese Möglichkeiten nicht ausnahmslos verbinden, doch die wiederkehrenden Einschränkungen auf ein Ereignis, einen kurzen Zeitraum und einen begrenzten Ort kennzeichnen ihre knappe Anlage.

Einstieg und Figuren

Kurzgeschichten steigen häufig direkt und ohne lange Vorgeschichte in das Geschehen ein.[2][3] Ein solcher Beginn lässt sich als unmittelbar einsetzende Situation formulieren, ohne die Vorgeschichte zunächst auszuführen:

Beispiel: Als der Bus ohne sie abfährt, zerreißt Mara den ungeöffneten Brief in ihrer Tasche. Erst an der nächsten Haltestelle ruft sie ihren Bruder an.[2]

Meist steht eine Hauptperson im Zentrum; zugleich treten häufig nur wenige Figuren auf.[2][3] Bei der Figurenanlage kann der Text deshalb auf eine zentrale Person und die für das Ereignis benötigten weiteren Figuren beschränkt werden.

Handlungsstrang und Wendung

Die Handlung folgt meist einem zentralen Handlungsstrang und enthält häufig einen Wendepunkt oder eine überraschende Wendung.[2] Diese Wendung kann innerhalb eines kurzen Dialogs liegen, der die Handlung an einem entscheidenden Punkt verändert:

Beispieldialog:

Lea: „Du hast den Schlüssel noch?“
Vater: „Nein. Ich habe ihn heute zurückgegeben.“
Lea: „Dann gibt es kein Zurück mehr.“[2]

Der Dialog bleibt auf den zentralen Handlungsstrang bezogen und setzt die Wendung ohne eine zusätzliche Nebenhandlung um.

Schluss gestalten

Der Schluss einer Kurzgeschichte bleibt häufig offen; daneben ist eine Pointe möglich.[2][3] Beim offenen Schluss wird das Geschehen nicht vollständig aufgelöst. Beide Formen sind mögliche Gestaltungen und keine ausnahmslos geltenden Vorgaben.

Überarbeitung

Beim Überarbeiten hilft es, den Text wiederholt mit kritischer Distanz zu lesen.[2] Dazu gehört, die Fassung laut zu prüfen, Überflüssiges zu kürzen und Formulierungen auszuarbeiten.[2] Die Prüfung kann sich dabei auf die kennzeichnenden Gestaltungsmittel richten: den zentralen Handlungsstrang, die Begrenzung von Zeit und Schauplatz, den direkten Einstieg, die Zahl der Figuren sowie die Ausführung von Wendung und Schluss. Das Kürzen betrifft insbesondere Nebenhandlungen und ausufernde Beschreibungen, die für Kurzgeschichten untypisch sind.[2] Mehrmaliges Lesen erlaubt es, diese Punkte nicht nur im ersten Entwurf, sondern wiederholt mit kritischer Distanz zu prüfen.[2]

Einzelnachweise

  1. Duden: Kurzgeschichte – Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft, Duden, abgerufen am 17. Juli 2026.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 Kurzgeschichte schreiben – ein Leitfaden für angehende Autorinnen und Autoren: Kurzgeschichte schreiben – ein Leitfaden für angehende Autorinnen und Autoren, abgerufen am 17. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Arbeitsblatt Merkmale: ab-merkmale.pdf, www.schule-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2026.