Print-on-Demand (PoD, deutsch „Druck auf Abruf“) bezeichnet die Produktion gedruckter Medien nach Eingang einer Bestellung.[1][2] Im Verlagswesen betrifft dies vor allem Bücher und andere Publikationen. Daneben wird Print-on-Demand im Onlinehandel als Geschäftsmodell für bedruckte Konsumgüter verwendet, die erst nach der Bestellung angefertigt werden.[2][3]
Technische Grundlage
Technische Grundlage ist der Digitaldruck. Die Druckdaten liegen elektronisch vor und werden an den Rechner des Drucksystems übertragen. Dort bereitet ein Raster Image Processor (RIP) die Daten für das jeweilige Drucksystem auf; anschließend kann der Druckauftrag unmittelbar gestartet werden.[2] Die Daten können in entsprechenden Produktionssystemen für spätere Bestellungen gespeichert werden. Libri beschreibt beispielsweise einen Ablauf, bei dem digital gespeicherte Buchtitel nach Bestelleingang abgerufen und produziert werden.[4]
Anwendungsfelder
Das Verfahren eignet sich insbesondere für Einzelstücke und kleine Auflagen.[1][2] Bei Büchern und anderen Publikationen kommt es außerdem für personalisierte Exemplare und Titel mit häufigem Nachdruckbedarf infrage.[1]
Print-on-Demand ist nicht auf das Verlagswesen beschränkt. Zu den möglichen Erzeugnissen zählen neben Büchern unter anderem Kleidung, Poster und Taschen sowie weitere individualisierbare Waren.[2][3]
Wirtschaft und Auftragsabwicklung
Da keine größeren Bestände fertiger Produkte gelagert werden müssen, kann Print-on-Demand kleine Auflagen wirtschaftlich ermöglichen und Lagerhaltungskosten vermeiden.[2] Nach Darstellung des Plattformanbieters Shopify entfallen bei diesem Modell zudem physische Lagerbestände und entsprechende Vorlaufkosten. Dadurch könnten Produkte leichter hinzugefügt oder entfernt und Geschäftsideen mit geringerem Bestandsrisiko getestet werden. Shopify nennt als Nachteil höhere Kosten je Artikel gegenüber einem Großeinkauf und entsprechend geringere Gewinnspannen.[3]
Nach Darstellung von Shopify kann Print-on-Demand mit Dropshipping oder Fulfillment, also einer extern übernommenen Auftragsabwicklung, verbunden werden.[3] Bei Shopify kann eine Bestellung nach Angaben des Unternehmens automatisiert an einen angebundenen Anbieter weitergeleitet werden, der den Artikel produziert und direkt an die Kundschaft versendet.[5]
Ein Beispiel aus dem Buchhandel ist der Standort Bad Hersfeld von Libri. Dort verbindet das Unternehmen nach eigenen Angaben Digitaldrucktechnik von Books on Demand mit der Logistik seines Distributionszentrums. Digital gespeicherte Titel könnten ab einem Exemplar am Tag des Bestelleingangs produziert und über Nacht an Buchhandlungen geliefert werden.[4] Diese Leistungsangaben stammen vom Unternehmen selbst.
Grenzen
Da ein Print-on-Demand-Buch erst nach dem Bestelleingang hergestellt wird, kann die Bereitstellung länger dauern als bei einem bereits in der Buchhandlung vorrätigen Exemplar. Darauf weist der beteiligte Anbieter Books on Demand in seiner Darstellung des Verfahrens hin.[6] Werden Produktion und Auslieferung an einen externen Anbieter übertragen, sinkt nach Darstellung von Shopify zudem die unmittelbare Kontrolle über den Versand. Der Anbieter weist darauf hin, dass Versandkosten je nach Produkt variieren können und die Gestaltung der Versandabläufe nur eingeschränkt beeinflussbar ist.[3]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Treccani: Print on demand – Significato ed etimologia – Vocabolario, Treccani, ohne Datum, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Print.de: Print on Demand, Print.de, 5. Dezember 2018, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Shopify: Print-on-Demand: Was es ist und Tipps für den Start (2025), Shopify, ohne Datum, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Libri GmbH: Libri print-on-demand, Libri GmbH, ohne Datum, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ Shopify: Print-on-Demand (POD) mit über 300 individuellen Produkten, Shopify, ohne Datum, abgerufen am 12. Juli 2026.
- ↑ Books on Demand GmbH (BoD): Print-on-Demand (PoD): Dein Buch auf Bestellung, Books on Demand GmbH, ohne Datum, abgerufen am 12. Juli 2026.