Überarbeitung ist bei einer geschichtswissenschaftlichen Arbeit an der Universität ein Bestandteil des Arbeits- beziehungsweise Schreibprozesses, der von der Themenfindung bis zur abschließenden Überarbeitung reicht.[1] Der Schreibprozess verläuft häufig nicht linear, weil Argumentationen, Fragestellungen und Quellenrecherche angepasst sowie Streichungen vorgenommen werden können.[1]
Überarbeitung im wissenschaftlichen Schreibprozess
Überarbeitung kann in verschiedenen Phasen der Textentstehung erfolgen; bei einem Rohtext ist das Layout noch weniger relevant.[2] Für die Bearbeitung empfiehlt sich eine Reihenfolge vom Groben zum Detail.[2] Diese Reihenfolge kann vermeiden, dass sprachlicher Feinschliff doppelt erfolgt, wenn inhaltliche Änderungen später ganze Textpassagen umformen.[2]
Die Reihenfolge: vom Kontext bis zu Layout und Formalia
Die Überarbeitung lässt sich in fünf aufeinanderfolgende Ebenen gliedern:
- Überarbeitungsebene 1 – Kontext und Aufgabenstellung: Zu prüfen ist, ob der Text die Anforderungen der jeweiligen Textsorte erfüllt und das richtige Zielpublikum anspricht.[2]
- Überarbeitungsebene 2 – Inhalt: Zu prüfen sind Hauptaussagen, Klarheit und Kohärenz des Argumentationsgangs sowie die korrekte Wiedergabe wissenschaftlicher Positionen, die überzeugende Offenlegung der Grundlagen eigener Aussagen und die präzise Darlegung empirischer Teile, der Methodik und der Ergebnisse.[2]
- Überarbeitungsebene 3 – Struktur und Aufbau: Zu prüfen sind die Orientierung im Text, die Anordnung der Gedanken und die Klarheit der Zusammenhänge zwischen Aussagen; gegebenenfalls können Absätze umgestellt sowie Zwischenüberschriften eingefügt oder entfernt werden.[2]
- Überarbeitungsebene 4 – Sprache und Stil: Zu prüfen sind die Angemessenheit der Sprache, Wiederholungen, eintönige Formulierungen, vereinfachbare Sätze, anschaulicher darstellbare Sachverhalte sowie Fehler in Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung.[2]
- Überarbeitungsebene 5 – Layout und Formalia: Zu prüfen sind die Einheitlichkeit von Absätzen und Zwischenüberschriften sowie korrektes und einheitliches Zitieren und Belegen.[2]
Beispiel: Enthält die Einleitung eine unklare These, werden zunächst die These und die Argumentationsstruktur geklärt. Erst danach folgen die Prüfung von Formulierungen und Zeichensetzung.[2]
Korrektorat und Lektorat unterscheiden
Ein Korrektorat prüft Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.[3] Ein Lektorat bearbeitet zusätzlich stilistische Gestaltung und Inhalt.[3] Es betrifft unter anderem die logische Argumentation, die Lesbarkeit des Stils und unnötige Wiederholungen.[3] Lektorinnen und Lektoren überarbeiten den Text häufig nicht selbst, sondern kennzeichnen Verbesserungsmöglichkeiten durch Anmerkungen.[3]
Feedback als Grundlage für Überarbeitung
Feedback kann Vorschläge für die Überarbeitung liefern und von einer einzelnen Person oder einer Gruppe kommen.[2] Hilfreiches Feedback ist präzise und zeigt Handlungsmöglichkeiten für die Verfassenden auf.[2] Die Entscheidung über die Umsetzung von Vorschlägen bleibt bei der Person, die den Text verfasst hat.[2]
Beispiel: Die Rückmeldung „Der Text ist schlecht“ bleibt pauschal. Präziser ist die Rückmeldung: „Im zweiten Abschnitt ist die Verbindung zwischen der These und dem angeführten Beispiel noch unklar; ergänze einen Satz, der den Zusammenhang erläutert.“[2]
Weblinks
- Schreibprozess
- Was ist wichtig bei der Überarbeitung wissenschaftlicher Texte?
- Das Korrektorat: So gewährleisten Sie fehlerfreie Texte
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Schreibphasen: Schreibphasen, Geschichte Online, abgerufen am 14. Juli 2026.
- ↑ 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 Überarbeitung und Feedback: Überarbeitung und Feedback, abgerufen am 14. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Das Korrektorat: So gewährleisten Sie fehlerfreie Texte: Das Korrektorat: So gewährleisten Sie fehlerfreie Texte, Duden, abgerufen am 14. Juli 2026.