Figurenentwicklung
Ein Figurenprofil kann äußerliche Merkmale, Charaktereigenschaften, Vorlieben und Eigenheiten bündeln.[1]
Profil und Biografie
Ein genaues Profil, eine Biografie und eine Grundhaltung bilden mögliche Arbeitsschritte zur Ausgestaltung einer Figur.[1] Die Grundhaltung prägt Motivation, Entwicklungsmöglichkeiten und Konfliktverhalten.[1]
Fünf Schritte zur Figurenentwicklung
- Schritt 1: Ein genaues Profil erstellen. Ein detailliertes Profil hält Merkmale der Figur fest; manche Schreibende nutzen dafür zusätzlich Zeichnungen oder Bildmaterial.[1]
- Schritt 2: Eine Biografie schreiben. Prägende Erlebnisse, Herkunft und Bildung werden ausgearbeitet und in einer Biografie der Figur festgehalten.[1]
- Schritt 3: Eine Grundhaltung formulieren. Die Grundhaltung wird bestimmt, weil sie Motivation, Entwicklungsmöglichkeiten und Konfliktverhalten prägt.[1] Sie kann in einem Satz formuliert und fortlaufend mit dem Handeln der Figur abgeglichen werden.[1]
- Schritt 4: Verhalten anschaulich zeigen. Erkennbare Verhaltensweisen können Körpersprache, Gestik, Mimik und Sprache umfassen; Charaktereigenschaften werden in Szenen gezeigt, statt lediglich benannt zu werden.[1]
- Schritt 5: Einen Entwicklungsbogen skizzieren. Der Entwicklungsbogen umfasst, was die Figur lernen, aushalten oder erfahren muss, sowie Ereignisse, die ihre Entwicklung beeinflussen.[1]
Grundhaltung und Handeln
Eine formulierte Grundhaltung dient als Prüffrage für das Handeln einer Figur.[1] Beispiel: Für Mira gilt der Satz „Ich bitte niemanden um Hilfe.“ In einer Schlüsselszene weist sie auch Unterstützung zurück, wenn sie dadurch einen Nachteil in Kauf nimmt; ihr Verhalten bleibt damit an ihrer Grundhaltung überprüfbar.[1]
Typologien als Arbeitsmodell
Typologien können die Figurenentwicklung strukturieren, indem sie Charakteren Grundmodelle zuordnen, darin Stärken und Schwächen untersuchen und die einzelne Figur durch Fragen konkretisieren.[2] Das Typologiemodell von Laurie Hutzler wird als Werkzeug für die Figurenentwicklung im Drehbuch und im Roman vorgestellt.[2]
Beispiele für Entwicklungsbögen
Beispiel: Jonas beginnt die Geschichte mit dem Glauben, alles allein bewältigen zu müssen. Nach einem gescheiterten Alleingang muss er lernen, Verantwortung zu teilen; diese Veränderung bildet seinen Entwicklungsbogen.[1]
Weblinks
- 5 Schritte zur perfekten Figurenentwicklung – BoD Blog
- Typologien – Figurenentwicklung im Drehbuch und Roman
- Entwicklung – Das Lexikon der Filmbegriffe
- Filmbildung für Lehrer*innen – Modul: Drehbuch und Dramaturgie
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 BoD: 5 Schritte zur perfekten Figurenentwicklung » BoD Blog, BoD.de, 21. Oktober 2020, abgerufen am 14. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Eva-Maria Fahmüller & Tanja Steinlechner: Typologien – Figurenentwicklung im Drehbuch und Roman, Leipziger Autor*innenrunde, 22. Dezember 2016, abgerufen am 14. Juli 2026.